Landesstelle Pflegende Angehörige
Donnerstag, 23. Apr 2013

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Richtig pflegen!

Pflegen will gelernt sein. Wer keine fachspezifische Ausbildung hat, kann im schlimmsten Fall sogar den Gesundheitszustand des zu pflegenden Angehörigen verschlimmern oder die »falsche« Pflege führt zu eigenen gesundheitlichen Problemen. Deshalb ist es so wichtig, sich fachkundig beraten und anleiten zu lassen.

Pflegekurse helfen!

Die von den Pflegekassen angebotenen Pflegekurse sind kostenlos oder finanziert. Entsprechende Kurse bieten beispielsweise ambulante Pflegedienste oder Volkshochschulen an.

Hier haben sie die Möglichkeit, Informationen rund um das Thema Pflege und vor allem ganz praktische Tipps für die tägliche Pflege zu bekommen. Darüber hinaus ist der Kontakt zu anderen Pflegenden Angehörigen hilfreich und entlastend.

Die Schulungen können auch als häusliche Pflegeschulung in Anspruch genommen werden. Fragen Sie bei Ihrer Pflegkasse nach. So können Sie direkt in der häuslichen Umgebung Pflegetechniken erlernen, die Ihnen helfen bei der Pflege gesund zu bleiben.

Pflegekurse im Krankenhaus

Im Rahmen des Projektes "Familiale Pflege" bieten viele Krankenhäuser in Nordrhein-Westfalen Beratungs- und Schulungsangebote für pflegende Angehörige an. Die Zielgruppe sind Angehörige von Patienten, die voraussichtlich auch nach dem Krankenhausaufenthalt pflegerisch betreut werden müssen.

Es werden pflegerische Handlungen eingeübt und Angehörige bekommen Unterstützung bei der Planung der Pflegesituation zu Hause. In der Regel werden Einzelpflegetrainings und Initial-Pflegekurse angeboten. Die Angebote, Pflegekurse und die Einzeltrainings am Bett sind kostenlos. Wenn ihr Angehöriger im Krankenhaus ist, erkundigen Sie sich nach diesem sehr hilfreichen Angebot.

 

Angebote und Internetseite der Unfallkasse NRW

Die Webseite beinhaltet wertvolle und umfassende Informationen speziell für Pflegende Angehörige.

Dort finden Sie Themen und aktuelle Informationen zum Gesundheitsschutz, aber auch Tipps und Anregungen zur Organisation der häuslichen Pflege, beispielsweise eine Hilfe zur Planung des Pflegealltags sowie Informationen aus Städten und Gemeinden und aus der Unfallkasse NRW: www.beim-pflegen-gesund-bleiben.de

 

 

Pflege im Alltag - besondere Methoden und Konzepte

Kinästhetik

Der Begriff Kinästhetik oder Kinaesthetics setzt sich aus den Wörtern "Kinetic" (den Bewegungssinn betreffend) und "ästhetik" (durch die Sinne wahrgenommen) zusammen. Hinter dem Begriff "Kinästhetik" verbirgt sich ein Handlungskonzept, das sich mit der Wahrnehmung und der Steuerung menschlicher Bewegung beschäftigt. Kinästhetik hat das Ziel, die Bewegungsmöglichkeiten der pflegebedürftigen Person und der pflegenden Person aufzuzeigen und gezielt zu fördern.

Durch Kinästhetik lernen Sie die Bewegung Ihres Angehörigen im Alltag so zu unterstützen und zu koordinieren, dass die Pflege möglichst ohne schweres Heben und Tragen möglich ist. Dadurch werden einerseits Ihre körperliche Belastungen und Ihr Verletzungsrisiko verringert und gleichzeitig werden auch die Selbstständigkeit und die Lebensqualität des Pflegebedürftigen verbessert.

Kursangebote in NRW

In NRW werden sowohl Grundkurse als auch Aufbaukurse der Kinästhetik für Pflegende Angehörige angeboten. Zum Teil besteht auch die Möglichkeit einer individuellen Schulung in Ihrer häuslichen Umgebung.

Für genaue Informationen zu den Kursangeboten in Ihrer Nähe können sie sich bei der Geschäftsstelle Ihrer Krankenkasse oder auf der Internet-Seite www.wir-pflegen-zuhause.de erkundigen.

Die Finanzierung

Die Kosten für einen Kinästhetik-Kurs werden in der Regel von den Krankenkassen übernommen. Die Kosten für eine häusliche Schulung tragen jedoch nicht alle Krankenkassen. Sie sollten in jedem Fall bei Ihrer zuständigen Krankenkassen-Geschäftsstelle vor Ort oder der Kursleitung nachfragen.

weitere Informationen

www.wir-pflegen-zuhause.de

www.kinaesthetics.net

Bobath

Das Bobath-Konzept (benannt nach den Entwicklern Berta und Karel Bobath) ist in der Behandlung von Menschen mit neurologischen Störungen eine weit verbreitete Therapieform. Es wird weltweit erfolgreich vor allem bei Patienten mit Lähmungen und Bewegungsstörungen, z.B. nach einem Schlaganfall, eingesetzt.

Das Konzept beruht auf der Annahme der Anpassbarkeit und Wandelbarkeit des Gehirns. So können verlorene Funktionen, wie z.B. das Gehen oder Anziehen von Kleidungsstücken, durch eine Neuorganisation und Intensivierung anderer Hirnbereiche wieder erlangt werden und von gesunden Hirnbereichen übernommen werden.

Durch die speziellen Methoden bzw. Lernangebote, die in den Alltag mit einbezogen werden, kann die Selbstständigkeit des Pflegebedürftigen verbessert werden. Dadurch kann der Pflegeaufwand, den Sie als Pflegende Angehörige täglich leisten, reduziert und eine Entlastung erreicht werden.

Kursangebote in NRW

Im Jahr 2011 hat die Barmer GEK einen Vertrag mit der IFK (Bundesverband selbstständiger Physiotherapeuten) abgeschlossen, der allen pflegenden Angehörigen von hirngeschädigten Pflegebedürftigen die Möglichkeit zur Teilnahme an Pflegekursen und häuslichen Schulungen zum Bobath-Konzept anbietet.

Informationen zum genauen Kursangebot können Sie in der Geschäftsstelle der Barmer GEK vor Ort erfragen. Das Kursangebot gilt auch für Pflegende Angehörige, die nicht bei der Barmer GEK versichert sind.

Finanzierung

Die Kosten für den Kurs werden in der Regel von Ihrer Krankenkasse übernommen, genaueres erfragen Sie bitte in Ihrer Geschäftsstelle vor Ort.

weitere Informationen

www.bobath-vereinigung.de

www.bika.de

www.gesundheit-konkret.de

Basale Stimulation

Bei der Basalen Stimulation handelt es sich um ein Pflegekonzept, das Menschen mit Einschränkungen im Bereich der Bewegung, Wahrnehmung und Kommunikation (z. B. Menschen im Wachkoma, immobile, schwerst pflegebedürftige, desorientierte, demente oder depressive Menschen) in ihrer Wahrnehmung fördern will.

Durch gezielte und individuell abgestimmte Angebote soll den Pflegebedürftigen die Möglichkeit gegeben werden, sich und ihre Umwelt wieder zu entdecken und mit ihr in den Kontakt zu treten. Der Pflegebedürftige lernt, sich wieder selbst zu spüren und seine Grenzen wahrzunehmen.

weitere Informationen

www.basale-stimulation.de

Integrative Validation

Bei der integrativen Validation handelt es sich um eine Methode der Kommunikation im Umgang mit Menschen mit Demenz. Im Mittelpunkt stehen die Wertschätzung und die Anerkennung des dementiell erkrankten Menschen durch die Wahrnehmung seiner Gefühle (z.B. Angst, Trauer, Wut) und seiner persönlichen Antriebe (z.B. Ordnungssinn, Pflichtbewusstsein). Sie lernen aus dem Verhalten ihres Angehörigen, die Gefühle und Antriebe wahrzunehmen, sie zu akzeptieren und als Ressource zu nutzen.

Ziel ist es durch Sprache, Gestik und Mimik, die Ich-Identität und das Gefühl von Zugehörigkeit zu unterstützen. Durch die Integrative Validation können Sie Ihrem Angehörigen ein Gefühl von Sicherheit, sein Selbstwertgefühl erhöhen und so den Kontakt und die Beziehung zu anderen fördern.

weitere Informationen

www.integrative-validation.de

 
 
Telefon: +49 251 / 4113302